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28 Regionalligisten stellen einen Lizenzantrag für die 3. Liga

Am 2. März endete für die Regionalligisten die Frist zur Einreichung der Lizenzunterlagen für die 3. Liga 2026/27. Wer hat eine Lizenz beantragt, wer hat darauf verzichtet? Wir haben die Übersicht.

Neben allen 20 aktuellen Drittligisten haben 28 Vereine aus der Regionalliga einen Lizenzantrag für die Drittligasaison 2026/27 gestellt. Nur vier von ihnen werden im Sommer tatsächlich in die 3. Liga aufsteigen. Im Vergleich zum Vorjahr (22 Vereine) beteiligen sich in diesem Jahr mehr Regionalligisten am Verfahren. Während aus dem Norden und Nordosten nur drei Vereine einen Antrag stellten, wollen aus der Regionalliga Südwest gleich zehn Vereine den Sprung in die 3. Liga schaffen. Anfang April will der DFB den Vereinen eine erste Rückmeldung geben. Weitere Infos zum Ablauf des Zulassungsverfahrens findet ihr am Ende des Artikels.

Regionalliga Bayern: Tabellenführer verzichtet auf den Aufstieg in die 3. Liga

Nachdem der 1. FC Schweinfurt im vergangenen Jahr als Meister direkt in die 3. Liga aufstieg, stehen in dieser Saison wieder Aufstiegsspiele für den Vertreter der Regionalliga Bayern an. Bereits in der vergangenen Woche kündigte der 1. FC Nürnberg an, keinen Lizenzantrag für seine Zweitvertretung stellen zu wollen – und das, obwohl die Franken souveräner Tabellenführer der Regionalliga Bayern sind. Der Verein hat sich aufgrund infrastruktureller und wirtschaftlicher Themen sowie des bisherigen Ausbildungskonzeptes gegen eine Antragsstellung entschieden.

VereinPunkteAntrag?
1.
SpVgg Unterhaching49
2.
1. FC Nürnberg II49
3.
Würzburger Kickers46
4.
FV Illertissen41
5.
VfB Eichstätt39
6.
FC Bayern II36
7.
DJK Vilzing34
8.
FC Memmingen31
9.
Wacker Burghausen31
10.
TSV Aubstadt31
Stand: 18.03.2026

Unverhoffte Chance für Unterhaching und Würzburg

Durch den Verzicht von Tabellenführer Nürnberg II bahnt sich plötzlich ein Zweikampf zwischen der SpVgg Unterhaching und den Würzburger Kickers um den bayerischen Platz in den Aufstiegsspielen an. Beide sind keine Unbekannten in der 3. Liga. Unterhaching stieg im vergangenen Sommer in die Regionalliga ab, die Würzburger Kickers spielten zuletzt 2021/22 drittklassig. Die unverhoffte Möglichkeit auf den Aufstieg verspricht zudem Spannung: nach 20 Spieltagen trennt beide nur ein Punkt. Ebenfalls Lizenz beantragt – wenngleich mit deutlich geringeren Aussichten – haben die Zweitvertretung des FC Bayern München und Wacker Burghausen.

Regionalliga Nord: Dreikampf um den direkten Aufstiegsplatz

In der Regionalliga Nord bahnt sich ein Dreikampf um den Aufstieg an. Neben Tabellenführer SV Meppen und dem VfB Oldenburg hat nur die SV Drochtersen/Assel einen Lizenzantrag eingereicht. Der SSV Jeddeloh II verzichtet trotz aussichtsreicher Ausgangsposition auf die 3. Liga. Für den Verein vom Küstenkanal ist der Schritt in den Profifußball derzeit (noch) zu groß.

VereinPunkteAntrag?
1.
SV Meppen53
2.
SV Drochtersen/Assel49
3.
VfB Oldenburg46
4.
SSV Jeddeloh II42
Stand: 05.03.2026

Drittliga-Rückkehr oder Drittliga-Debüt?

Somit entscheidet sich zwischen Meppen, Oldenburg und Drochtersen/Assel, wer in der kommenden Spielzeit in der 3. Liga antritt. Für den SVM und den VfB wäre der Aufstieg eine Rückkehr in die Drittklassigkeit. Meppen etablierte sich nach dem Aufstieg 2017 in der 3. Liga, ehe 2023 der Abstieg folgte. Dafür stieg 2023 der VfB Oldenburg auf, der sich allerdings nur eine Saison drittklassig halten konnte. Für die SV Drochtersen/Assel wäre der Aufstieg in die 3. Liga eine Premiere.

Regionalliga Nordost: Loks Erlösung im 3. Anlauf?

Zum sechsten Mal seit 2020 stellt der 1. FC Lokomotive Leipzig einen Lizenzantrag für die 3. Liga. Nach zwei vergeblichen Anläufen in den Aufstiegsspielen soll es in diesem Jahr endlich mit dem Aufstieg in die 3. Liga klappen. Als Tabellenführer der Regionalliga Nordost hat Lok Leipzig die besten Karten erneut die Meisterschaft einzufahren. Am Samstag steht das direkte Duell mit Verfolger FC Carl Zeiss Jena an, der ebenfalls die Lizenzunterlagen fristgerecht eingereicht hat. Möglicherweise fällt dabei schon eine Vorentscheidung im Meisterkampf.

VereinPunkteAntrag?
1.
Lok Leipzig55
2.
Carl Zeiss Jena45
3.
Hallescher FC44
4.
Rot-Weiß Erfurt43
5.
FSV Zwickau39
Stand: 05.03.2026

Halle und Zwickau verzichten auf einen Lizenzantrag für die 3. Liga

Auch in diesem Jahr reicht der Meistertitel in der Regionalliga Nordost nicht für den Aufstieg in die 3. Liga. Am Saisonende stehen Aufstiegsspiele gegen den bayerischen Vertreter an. An dieser werden der Hallesche FC und der FSV Zwickau auf jeden Fall nicht teilnehmen. Beide verzichteten in diesem Jahr auf einen Lizenzantrag für die 3. Liga. Sportlich steht der HFC mit elf Punkten Rückstand auf Rang 3 und damit noch vor dem FC Rot-Weiß Erfurt, der sich im Gegensatz zu Halle und Zwickau am Zulassungsverfahren beteiligt.

Regionalliga Südwest: Freiberg auf der Mission Profifußball

Nachdem der SGV Freiberg im vergangenen Jahr trotz guter Ausgangsposition auf einen Lizenzantrag verzichtete und damit auch mannschaftsintern für wenig Verständnis sorgte, wollen es die Württemberger in dieser Saison wissen. Bereits im September 2025 kündigte der Verein an, die entsprechenden Unterlagen beim DFB einzureichen. Zur neuen Saison zieht der Sport- und Gesangsverein ligaunabhängig ins rund 25 Kilometer entfernte Heilbronner Frankenstadion.

VereinPunkteAntrag?
1.
SGV Freiberg47
2.
Sonnnenhof Großaspach43
3.
FSV Frankfurt39
4.
1. FSV Mainz 05 II37
5.
Astoria Walldorf37
6.
FC 08 Homburg35
7.
TSV Steinbach Haiger35
8.
SV Sandhausen34
9.
Stuttgarter Kickers33
10.
Hessen Kassel31
11.
Eintracht Trier31
12.
SG Barockstadt29
13.
Kickers Offenbach28
14.
SC Freiburg II27
Stand: 05.03.2026

Freiburg II nimmt als Tabellen-14. am Verfahren teil

Das Verfolgerfeld des SGV Freiberg ist groß. Am dichtesten ist die SG Sonnenhof Großaspach dem Württemberger Kontrahenten auf den Fersen. Für die SGS ist sogar ein Durchmarsch von der Oberliga in die 3. Liga möglich. Dort spielte Großaspach vor dem Absturz in die 5. Liga bereits von 2014 bis 2020. Dahinter ist das Feld der aufstiegsambitionierten Vereine groß. Insgesamt nehmen zehn Regionalligisten aus dem Südwesten am Verfahren des DFB teil. Mit dem SC Freiburg II hat sogar der Tabellen-14. – mit einem Rückstand von 20 Punkten auf die Tabellenspitze – eine Lizenz beantragt.

Regionalliga West: Fortuna Köln nach sieben Jahren wieder in der 3. Liga?

Ein Kölner Stadtduell in der 3. Liga? Dies könnte im Sommer zur Realität werden. Sieben Jahre nach dem Abstieg ist Fortuna Köln wieder zurück auf Kurs 3. Liga. Nach dem Abstieg der Südstädter etablierte sich Viktoria Köln als Nummer Zwei in der Rhein-Metropole. In der kommenden Saison könnte es erstmals zum Duell in der 3. Liga kommen.

VereinPunkteAntrag?
1.
Fortuna Köln50
2.
Rot-Weiß Oberhausen44
3.
FC Schalke 04 II42
4.
FC Gütersloh40
5.
Borussia M'gladbach II38
6.
Borussia Dortmund II37
7.
Sportfreunde Siegen36
8.
1. FC Köln II34
Stand: 05.03.2026

Großes Verfolgerfeld im Westen

Den Kölner Aufstieg möchten noch einige Konkurrenten verhindern. Alle voran Rot-Weiß Oberhausen als Tabellenzweiter möchte noch ein Wörtchen um die 3. Liga mitsprechen. Sechs Punkte trennen RWO und Fortuna Köln nach 23 Spieltagen. Mit einem Nachholspiel in der Hand könnte die Zweitvertretung von Schalke 04 noch auf Platz 2 springen. Dahinter dürften die sportlichen Erfolgsaussichten schon geringer werden. Trotzdem haben sich fünf weitere Vereine dazu entschieden einen Lizenzantrag zu stellen.

Das Zulassungsverfahren zur 3. Liga

Hinter dem Begriff Zulassungsverfahren steckt die Überprüfung der wirtschaftlichen und technisch-organisatorischen Leistungsfähigkeit der Vereine. Es gilt bestimmte Vorgaben, zum Beispiel zum Stadion, zu beachten. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die Vereine finanziell und strukturell für die 3. Liga aufgestellt sind. Der DFB kann den Vereinen neben der Lizenzerteilung Auflagen stellen, die sie im Laufe der Saison erfüllen müssen. Im April geht allen Klubs der erste Bescheid zu. In diesem Zuge wird den Vereinen mitgeteilt, ob sie Bedingungen und/oder Auflagen zu erfüllen haben. Die finale Entscheidung über die Zulassungserteilung oder -verweigerung fällt nach Ausgang der sportlichen Entscheidungen und Ablauf der Frist zur Bedingungserfüllung.

Für Zweitverwertungen von Erst- und Zweitligavereinen gelten besondere Regeln. Sie werden im Rahmen des Zulassungsverfahrens nur im technisch-organisatorischen Bereich geprüft, da die wirtschaftliche Prüfung bereits über die DFL bei der Bewerbung für die 1. oder 2. Liga abgedeckt wird.

Zweitligisten haben noch zwei Wochen länger Zeit

Die Zweitligisten haben bis zum 16. März Zeit ihre Unterlagen beim DFB einzureichen. Wer diese Frist verpasst und trotzdem absteigt, erhält keine Lizenz für die 3. Liga. Eine Nachreichung der Unterlagen ist nicht möglich.

Wie geht es weiter mit der Regionalliga-Reform?

Möglicherweise war dies das vorletzte Mal, dass Regionalligisten aus fünf Staffeln ihre Drittliga-Lizenz beantragen mussten. Geht es nach den Befürwortern der Regionalliga-Reform wird die vierthöchste Liga Deutschlands ab der Saison 2027/28 in vier Staffeln ausgespielt. Mit einer Reduzierung der Staffelanzahl könnte jeder Meister direkt in die 3. Liga aufsteigen, ohne Aufstiegsspiele bestreiten zu müssen. Nachdem es zum Jahreswechsel positive Zeichen aus der Arbeitsgruppe zur Regionalliga-Reform zu hören gab, kehrte zuletzt Ernüchterung ein. Möglicherweise steht die Regionalliga-Reform sogar vor dem Aus.

Autor: Moritz Schneider
Quellen: Die falsche 9, DFB