3. Liga als Ziel: Umzug und Umbenennung beim SGV Freiberg

Vier Jahre nach dem Aufstieg in die Regionalliga Südwest bahnt sich beim SGV Freiberg der nächste Aufstieg an. Der aktuelle Tabellenführer hat nach einer sportlichen Durstrecke wieder in die Erfolgsspur gefunden, sich im Winter prominent verstärkt und die Lizenzunterlagen beim DFB für die 3. Liga eingereicht. Damit steht auch die künftige Spielstätte der Württemberger fest.

SGV Freiberg auf Aufstiegskurs in die 3. Liga

Mit dem 1:0-Erfolg im Nachholspiel gegen Eintracht Trier hat der Sport- und Gesangsverein Freiberg die Tabellenführung in der Regionalliga Südwest ausgebaut. Nach fünf Siegen in Serie beträgt der Vorsprung auf den Tabellenzweiten Großaspach wieder vier Punkte. Die zwischenzeitliche Krise von acht sieglosen Spielen in Serie – während der man trotzdem immer die Tabellenführung inne hatte – ist überwunden, der Start aus der Winterpause geglückt. Auch, weil man sich in dieser nochmal sportlich verstärkt hat. Mit Minos Gouras und Nicklas Shipnoski laufen fortan zwei ehemalige Zweitligaspieler und reichlich drittligaerfahrene Spieler für den Klub vom Neckar auf.

Heilbronner Frankenstadion als neue ligaunabhängige Spielstätte

Dieser gab in dieser Saison schon frühzeitig bekannt, den Lizenzantrag für die 3. Liga 2026/27 stellen zu wollen. Dies ist fristgerecht zum 2. März 2026 erfolgt. Darin benannt hat der SGV Freiberg das Heilbronner Frankenstadion als Heimspielstätte. Dort soll der Verein in der kommenden Saison seine Heimspiele austragen – auch wenn der Aufstieg in die 3. Liga nicht gelingen sollte. Aus der eigenen Stadt fühlt sich der Klub vertrieben und hofft nun, im 25 Kilometer entfernten Heilbronn eine neue Heimat zu finden. Als Zeichen will der Verein künftig auch „Heilbronn“ im Vereinsnamen tragen, wie Oberbürgermeister Harry Mergel verlauten ließ.

Anforderungen für die 3. Liga: Ausbau der Sitzplätze, Montierung der Flutlichtanlage und Einbau der Rasenheizung stehen an

Das Frankenstadion Heilbronn, in dem der Ball schon in der Bundesliga und 2. Bundesliga rollte, bietet Platz für rund 17.000 Zuschauer. Im Februar 1989 wich der KSC für sein Bundesligaspiel gegen Hannover 96 nach Heilbronn aus. Der dort beheimatete VfR Heilbronn absolvierte in der 2. Fußball-Bundesliga seine Partien im Frankenstadion. Um den aktuellen Drittliga-Standards zu entsprechen, müssen allerdings noch einige Maßnahmen getroffen werden. Derzeit gibt es lediglich 1.200 Sitzplätze. Ein Ausbau auf drittligakonforme 2.000 Sitzplätze ist geplant. Ebenfalls noch fehlend sind die Flutlichtanlage und eine Rasenheizung. Über die Investitionen hierfür wird der Gemeinderat der Stadt Heilbronn voraussichtlich in seiner nächsten Sitzung eine Entscheidung treffen, teilte die Stadt mit.

Freiberg in der Zuschauertabelle der Regionalliga Südwest auf Platz 16

Im Falle eines Aufstiegs darf man gespannt auf die Entwicklung der Zuschauerzahlen der SGV Freiberg schauen. Mit durchschnittlich 566 Zuschauern belegt der sportliche Tabellenführer derzeit nur den drittletzten Platz in der Zuschauertabelle der Regionalliga Südwest. Am Dienstag sahen nur 243 Zuschauer (davon 120 Gästefans) die Partie gegen Eintracht Trier. Diese fand im über 50 Kilometer entfernten Nöttingen statt im derzeit noch heimischen Wasenstadion statt.

Gegenwind aus der Fanszene des VfR Heilbronn

Apropos heimisches Stadion: Bisher ist der VfR Heilbronn im Frankenstadion beheimatet, was sich auch mit dem Freiberger Einzug nicht ändern wird. Die Heilbronner Vereinsvorsitzenden erklären, dass sie das Ziel, „Drittliga-Fußball in Heilbronn zu etablieren unterstützen und offen für konstruktive Gespräche sind, die die Tradition und die Identität des VfR berücksichtigen“. Unmut gibt es hingen von der Heilbronner Fanszene. Die Gruppe „Supporters 740 Heilbronn“ sagt „Nein zum SGV in Heilbronn“. In einem ausführlichen Statement spricht sich die Gruppe aus, dass Heilbronner Fußball nicht „Fußball in Heilbronn“ ist, sondern Fußball für, mit und vom Heilbronner Land.

Autor: Christian Link
Quelle: Die falsche 9