Eine Arbeitsgruppe des DFB sollte eine neue Regionalliga-Reform auf den Weg bringen. Nun steht das Projekt nach MDR-Informationen auf der Kippe. Die Regionalverbände blockierten am Dienstag das neue „Kompass-Modell“. Eine letzte Sitzung findet im März statt.
Regionalverbände gegen das „Kompass-Modell“
Das Desaster um die Regionalliga und deren Aufstiegsregelung steuert auf einen weiteren Tiefpunkt zu. Nachdem im November die DFB-Arbeitsgruppe die Arbeit aufgenommen hatte, gab es zuletzt immer wieder positives von den Zusammenkünften des 13-köpfigen Gremiums zu hören. Der Fokus der Arbeitsgruppe richtete sich auf eine Reduzierung der Regionalliga auf vier Staffeln und ein neues Modell zum Aufstieg in die 3. Liga, bei dem alle Meister aufsteigen können. Nach den letzten Medienberichten schien eine Reform zum Greifen nah. Das sogenannte „Kompass-Modell“, eine Vier-Staffel-Lösung ohne feste regionale Grenzen und einem Aufstiegsrecht für alle Meister, war die favorisierte Lösung der DFB-Arbeitsgruppe.
Am Dienstag sperrten sich die Regionalverbände nach MDR-Informationen gegen das neue Modell. Im Westen und Südwesten fürchten sich die Verbände vor einem Machtverlust, wenn sie die Trägerschaft für ihre Regionalliga-Staffel abgeben müssten. Aktuell profitieren die Regionalliga-Staffeln Südwest und West von einem festen Aufstiegsplatz, den sie wohl nicht ohne weitere Zugeständnisse abgeben möchten. Die Staffeln Nord, Nordost und Bayern haben derzeit in einem rotierenden System nur alle drei Jahre einen festen Aufstiegsplatz. In den anderen beiden Jahren muss der Meister in Aufstiegsspiele.
DFB-Arbeitsgruppe kommt im März wieder zusammen
Nun stehen vier entscheidende Wochen vor der letzten Sitzung der DFB-Arbeitsgruppe am 25. März an. Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe, Dr. Michael Vesper, appellierte bereits an die Regionalligaverbände, von den blockierenden Positionen abzurücken.
„Klar ist: Wenn jeder nur aus seiner eigenen Brille auf die Dinge schaut, werden wir keine Lösung finden. Wir müssen daher immer das Gesamtbild im Blick behalten. Ich halte es im Sinne der Sache weiterhin für entscheidend, dass wir verstärkt positive Aspekte einzelner Modelle betrachten und nicht allein gegen etwas argumentiert wird.“
Dr. Michael Vesper, Quelle: MDR Sport
Die Hoffnung der Initiatoren der Aufstiegsreform dürfte nun auch auf dem DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf ruhen, der sich zuletzt für eine Regionalliga-Reform ausgesprochen hatte. Besonders brisant: Peter Frymuth, der sich als Präsident des Westdeutschen Fußballverbands dem Vernehmen nach gegen die Reform stellt, ist als Vizepräsident für Spielbetrieb und Fußballentwicklung Teil des DFB-Präsidiums. Auch in den Stadien könnten die Kurven vor dem Showdown am 25. März nochmal Stimmung pro Aufstiegsreform machen. Die Initiative zur Aufstiegsreform 2025 unterstützen mittlerweile 59 Vereine. In dieser Woche haben sich Eintracht Braunschweig und Rot-Weiss Essen der Initiative angeschlossen.

Die im Osten gestartete Initiative findet dort auch weiterhin die größte Unterstützung. Mittlerweile haben sich aber auch im Norden und Westen einige Vereine angeschlossen. Hingegen fällt die Unterstützung im Südwesten und Bayern mau aus. Einzig der SSV Ulm 1846 und der KSV Hessen Kassel haben sich im Südwesten angeschlossen. In Bayern sind fünf Klubs mit dabei.
Autoren: Christian Link, Moritz Schneider
Quelle: Die falsche 9, MDR Sport






