Nach drei Spielabsagen in Serie startet die BSG Chemie Leipzig am Samstag beim FC Carl Zeiss Jena in das neue Pflichtspiel-Jahr. Um den Klassenerhalt in der Regionalliga Nordost zu schaffen, haben sich die Chemiker auf und neben dem Platz verstärkt. Mit vielen neuen Kräften, aber einer gewohnt lautstarken und zahlreichen Unterstützung der Fans geht es nach Thüringen.
Chemie Leipzig ist Deutschlands Regionalligist mit den meisten Auswärtsfahrern
Wenn am Samstag (14:00 Uhr) die BSG Chemie Leipzig beim FC Carl Zeiss Jena gastiert, ist der Regionalligist mit den deutschlandweit meisten Auswärtsfahrern im Paradies zu Gast. Durchschnittlich 1.103 Fans begleiten den Tabellendrittletzten der Regionalliga Nordost in die Fremde. Selbst die Spitzenmannschaften Lok Leipzig und Carl Zeiss Jena lassen die grün-weißen Leipziger hinter sich. Auch die zuschauerstärksten Klubs aus den anderen Regionalliga-Staffeln – Kickers Offenbach und SV Meppen – stehen derzeit hinter der BSG. Diese wird am Samstag wieder von einem ausverkauften Gästeblock unterstützt. Aus Sicherheitsgründen erhielten die Sachsen allerdings nur ein reduziertes Kontingent von 800 Karten.
| Auswärtsfahrer Chemie Leipzig 25/26 | |||
|---|---|---|---|
| 1. FC Magdeburg II | 1.800 | So, 14:00 Uhr | |
| Chemnitzer FC | 1.550 | Mi, 19:00 Uhr | |
| Hallescher FC | 1.320 | Fr, 18:00 Uhr | |
| FC Eilenburg | 1.100 | Fr, 19:00 Uhr | |
| Lok Leipzig | 1.000 | So, 14:00 Uhr | |
| FSV 63 Luckenwalde | 800 | Sa, 14:00 Uhr | |
| BFC Preußen | 700 | Di, 19:00 Uhr | |
| Greifswalder FC | 550 | Sa, 14:00 Uhr | |
Die bisher größte Gästekulisse bildete sich beim Auswärtsspiel beim 1. FC Magdeburg II. Dort wurden die Sachsen von 1.800 Fans in der Avnet-Arena unterstützt. Die Tausendermarke knackten die Grün-Weißen auch in Chemnitz, Halle, Eilenburg und beim Stadtderby bei Lok Leipzig. Morgen werden erst zum vierten Mal in dieser Saison weniger als 1.000 BSG-Fans die Auswärtsfahrt antreten. In der deutschlandweiten Auswärtsfahrertabelle reiht sich Chemie auf Rang 43 ein. Damit steht man auf einem Niveau mit Bundesligist TSG Hoffenheim und besser als zwei Klubs aus der 2. Fußball-Bundesliga.
Top 5 Regionalligisten mit den meisten Auswärtsfahrern
Von durchschnittlich über 1.000 Auswärtsfahrern werden neben der BSG Chemie Leipzig nur der Stadtrivale Lok Leipzig sowie Kickers Offenbach unterstützt. Mit 1.091 Auswärtsfahrern pro Spiel sind die Hessen, die ebenfalls eine schlechte Saison spielen, Leipzigs erster Verfolger. Auf dem dritten Rang steht Tabellenführer Lok Leipzig.

Die Top 5 werden vom FC Carl Zeiss Jena und dem Halleschen FC komplettiert. Vier der fünf Vereine mit den meisten Auswärtsfahrern kommen damit aus dem Osten. Bereits am vergangenen Wochenende düpierte die Regionalliga Nordost die Regionalliga West beim Blick auf die Zuschauerzahlen. Die einzige Partie des Wochenendes hatte mehr Zuschauer als alle acht gespielten Spiele der Regionalliga West zusammen.
Chemie Leipzig derzeit auf einem möglichen Abstiegsplatz
Während die Fans der BSG Chemie Leipzig einen beeindruckenden Rahmen bei den Heim- und Auswärtsspielen bilden – im heimischen Alfred-Kunze-Sportpark waren bislang alle Heimspiele ausverkauft – fällt die Bilanz auf dem Rasen ernüchternd aus. Mit nur 13 Punkten aus 18 Spielen stehen die Chemiker auf dem drittletzten Tabellenplatz der Regionalliga Nordost. Dies könnte einen Abstieg in die Oberliga bedeuten, sofern der FC Erzgebirge Aue den Klassenerhalt in der 3. Liga verpasst und der Meister der Regionalliga Nordost die Aufstiegsspiele verliert.
Sieben Neuzugänge, ein neuer Cheftrainer und vier Testspielsiege
Entsprechend zahlreich und auch durchaus prominent hat sich die BSG Chemie Leipzig daher im Winter verstärkt. Sieben Spieler wurden in der Winterpause ablösefrei verpflichtet. Laut dem Fußball-Portal transfermarkt.de kommen die Spieler auf einen Gesamtmarktwert von 450.000 Euro. Dies macht fast ein Drittel des Gesamtmarktwertes des kompletten Kaders aus. Laut Cheftrainer Alexander Schmidt dürfen sich alle Neuzugänge berechtigten Hoffnungen auf einen Startelfeinsatz im Ernst-Abbe-Sportfeld machen. Auch Alexander Schmidt gibt am Samstag seine Premiere. Der ehemalige Cheftrainer von 1860 München und Dynamo Dresden kam ebenfalls im Winter.
Mit der Aufgabe beim Auswärtsspiel in Jena wartet ein echter Brocken auf die Schmidt-Elf. Die Thüringer können mit einem Heimsieg den Abstand auf Tabellenführer Lok Leipzig auf zwei Punkte verkürzen. Hoffnungen machen aber die Auftritte in den Testspielen. Die Partien gegen die SpVgg Ansbach (1:0), SpVgg Bayreuth (2:1), den KSV Hessen Kassel (3:0) und 1. FC Magdeburg II (4:2) wurden allesamt gewonnen.
Autor: Christian Link
Quelle: Die falsche 9





