Aufstieg verspielt: Viertligist nur noch vor Mini-Kulisse

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Der Viertligist SGV Freiberg hat in den vergangenen Monaten sportlich wie abseits des Platzes für Schlagzeilen gesorgt. Nachdem man fast die komplette Saison über an der Tabellenspitze der Regionalliga Südwest stand, rechneten viele mit dem Aufstieg in die 3. Liga. Doch dieser wurde in der vergangenen Woche verspielt. Zur Folge hatte dies die kleinste Heimspiel-Kulisse seit über zwei Jahren.

Vom Traumstart zum Zwischentief und einem Albtraum-Ende

Mit neun Siegen in Serie ist der Sport- und Gesangsverein Freiberg in die Regionalliga Südwest gestartet. Daraufhin folgte im Herbst die frühzeitige Bekanntgabe, die Lizenz für die 3. Liga zu beantragen, nachdem man in der vergangenen Saison darauf noch verzichtetet hatte. In Anschluss an die große Ankündigung kam es zu einer Serie von acht Spiele ohne einen Sieg – dennoch blieb man durchgehend an der Tabellenspitze. Erst Anfang April verloren die Freiberger die Tabellenführung an Großaspach. Nach nun vier Niederlagen in Serie – inklusive einer Klatsche im direkten Duell – hat man den einzigen Aufstiegskonkurrenten aus den Augen verloren. Drei Spieltage vor Schluss trennen die Freiberger neun Punkte auf den Aufsteiger, der den Durchmarsch in die 3. Liga schaffen wird.

Nur noch 150 Zuschauer sehen Freiberg-Heimspiel gegen Mainz

Das direkte Duell zwischen Großaspach und Freiberg sahen am vergangenen Mittwoch über 6.000 Zuschauer in der Aspacher Arena. Vor den Augen von 360 Auswärtsfahrern des SGV Freiberg siegte der Sonnenhof mit 4:0 und sorgte für die Vorentscheidung im Aufstiegsrennen um die 3. Liga. Die Enttäuschung bei der Mannschaft und den Fans war im anschließenden Heimspiel der Freiberger deutlich zu erkennen. Während es auf dem Platz eine 1:2-Heimniederlage gegen den 1. FSV Mainz 05 setzte, verfolgten die Partie gerade einmal nur noch 150 Zuschauer auf den Rängen des Wasenstadions – davon 15 Gästefans aus Mainz. Damit waren mehr als doppelt so viele Fans beim Auswärtsspiel in Aspach mit dabei, als Zuschauer beim Heimspiel gegen den Mainzer Nachwuchs im Wasenstadion kamen.

Die Zuschauer-Tiefstwerte der Klubs der Regionalliga Südwest

Es war die mit Abstand kleinste Saisonkulisse der Freiberger. Zuvor datierte diese vom „Heimspiel“ gegen Eintracht Trier. Die Partie musste aufgrund der fehlenden Flutlichtanlage in Freiberg in Nöttingen ausgetragen werden. Dort war ein großer Teil der 243 Zuschauer vom Auswärtsteam aus Trier. Unter die Marke von 200 Zuschauern fallen in dieser Saison nur Freiberg und Schott Mainz. Die Mainzer hatten gleich vier Spiele in dieser Saison, bei der 150 oder weniger Zuschauer im Stadion waren.

Zuschauer-Tiefstwert
Kickers Offenbach4.617
Stuttgarter Kickers3.180
Eintracht Trier2.022
SV Sandhausen1.881
Hessen Kassel1.676
FSV Frankfurt1.107
SG Barockstadt948
FC 08 Homburg737
TSV Steinbach Haiger727
Bahlinger SC563
SC Freiburg II507
Sonnnenhof Großaspach466
TSG Balingen418
1. FSV Mainz 05 II322
Bayern Alzenau250
Astoria Walldorf248
SGV Freiberg150
TSV Schott Mainz100
Stand: 27.04.2026

So wenige Zuschauer wie am vergangenen Samstag hatte der Viertligist aus Freiberg zuletzt vor über zwei Jahren. Im März 2024 sahen ebenfalls 150 Zuschauer das Heimspiel gegen den FC-Astoria Walldorf.

Im Frankenstadion Heilbronn könnte bald der Ball in der 3. Liga rollen
Foto: Instagram @maradenna.de

 

Auch als Viertligist: Freiberg zieht ins Frankenstadion um

Durchschnittlich kommen 736 Zuschauer zu den Heimspielen des SGV Freiberg. Erstmals in der Klubgeschichte kamen damit über 10.000 Zuschauer in einer Saison. In der Zuschauertabelle der Regionalliga Südwest rangieren die Blau-Weißen auf dem 14. Rang. Einen höheren Zuschauer-Zuspruch versprechen sich die Freiberger mit dem anstehenden Umzug nach Heilbronn. Im Frühjahr gaben Stadt und Verein bekannt, dass der Klub ligaunabhängig ab der kommenden Spielzeit im Heilbronner Frankenstadion auflaufen wird. Neben mehr Zuschauern verspricht man sich dort professionellere Bedingungen als im Freiberger Wasenstadion.

Autor: Christian Link
Quelle: Die falsche 9