Aufstiegsspiele 3. Liga: Bayern sorgt für Ungewissheit

Die Aufstiegsspiele zur 3. Liga werfen auch in diesem Jahr ihre Schatten voraus. Zuletzt hat der DFB (Deutsche Fußball Bund) die beiden möglichen Termine für die Partien bekanntgegeben. Seit Anfang März steht auch fest, wer überhaupt einen Lizenzantrag für die 3. Liga 2026/27 beim DFB eingereicht hat und damit zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen berechtigt ist. Während in der Regionalliga Nordost alles auf eine erneute Meisterschaft von Lok Leipzig hinausläuft, herrscht in Bayern einmal mehr Ungewissheit.

Aufstiegsspiele zur 3. Liga: Jedes Jahr die gleiche Diskussion

Die Aufstiegsspiele zur 3. Liga sind seit jeher ein Sorgenkind des DFB. Jedes Jahr entfachen die Diskussionen über die umstrittenen Play-Offs um den letzten Startplatz für das kommende Drittligajahr. Von 2008/09 bis 2011/12 konnten alle drei Regionalliga-Meister direkt aufsteigen, zwischen 2012/13 und 2017/18 gab es ganze Aufstiegsrunden, bei denen selbst der Vizemeister der Regionalliga Südwest den Aufstieg schaffen konnte. Erneut reformiert wurde der Aufstieg zur Saison 2018/19. Seither steigen drei Regionalliga-Meister direkt auf, zwei weitere ermitteln in Hin- und Rückspiel den letzten Aufsteiger. Während die Meister der Staffeln West und Südwest immer einen direkten Aufstiegsplatz haben, rotiert der feste Aufsteiger der Staffeln Nord, Nordost und Bayern jährlich.

Nordost- und Bayern-Staffel ermitteln den letzten Aufsteiger

In diesem Jahr duellieren sich die Meister aus den Staffeln Nordost und Bayern um den direkten Aufstieg. Während in der Regionalliga Nordost Vorjahresmeister Lok Leipzig die erneute Qualifikation zu den Aufstiegsspielen zu schaffen scheint, ist das Rennen in Bayern noch offen. Dort kommt es zudem zu mehreren Besonderheiten. Der 1. FC Nürnberg II hat keinen Lizenzantrag für die 3. Liga gestellt und ist damit raus aus dem Rennen um den Aufstieg. Bei einer Meisterschaft der Franken würde daher der Tabellenzweite profitieren.

Aufstiegsspiele zur 3. Liga: Unterhaching lässt Teilnahme offen

Die Tabellenführung hat am Dienstagabend die SpVgg Unterhaching übernommen. Dort ist man sich aber erneut nicht sicher, ob man von einem etwaigen Aufstiegsrecht Gebrauch machen würde. Beim Kicker ließ Präsident Schwabl verlauten, dass man sich die Option Aufstieg „offenlassen“ will und man mit dem Lizenzantrag zunächst nur der „Pflicht“ nachgekommen sei. Durch den Heimsieg gegen den FC Augsburg II stehen die Hachinger an der Tabellenspitze, punktgleich mit dem 1. FC Nürnberg II, der noch ein Spiel in der Hinterhand hat. Schon vor drei Jahren ließen die Münchner Vorstädter lange offen, ob man an den Aufstiegsspielen teilnimmt. Damals entschied man sich für die Teilnahme an den Aufstiegsspielen, in denen man den FC Energie Cottbus zweimal besiegte. Erneut ist es eine Kostenfrage, bei der das Nachwuchsleistungszentrum eine entscheidende Rolle spielt. Müssen dort Ausgaben gekürzt werden, lehnt der Verein den Gang in die höhere Liga ab.

Würzburg will in die 3. Liga und wechselt den Cheftrainer

Der größte Hachinger Konkurrent im Rennen um den Aufstieg in die 3. Liga sind die Würzburger Kickers. Dort ist das angestrebte Ziel ganz gewiss die 3. Liga. Um dies noch zu erreichen – derzeit beträgt der Rückstand auf Unterhaching drei Punkte – wechselte der ehemalige Zweitligist am Montag seinen Cheftrainer. Während Marc Reitmaier von seinen Aufgaben entbunden wurde, stellte man mit Michael Schiele einen ehemaligen Erfolgstrainer der Unterfranken vor.

VereinPunkteAntrag?
1.
SpVgg Unterhaching49
2.
1. FC Nürnberg II49
3.
Würzburger Kickers46
4.
FV Illertissen41
5.
VfB Eichstätt39
6.
FC Bayern II36
7.
DJK Vilzing34
8.
FC Memmingen31
9.
Wacker Burghausen31
10.
TSV Aubstadt31
Stand: 18.03.2026

Zum großen Showdown im Aufstiegsrennen könnte es am 33. Spieltag kommen. Dann treffen Würzburg und Unterhaching am Dallenberg im direkten Duell aufeinander. Bei einem Verzicht der SpVgg Unterhaching würde den Würzburgern aber auch der 3. Platz reichen, um an den Aufstiegsspielen teilzunehmen. Es sei denn, der FC Bayern München II (derzeit zehn Punkte hinter Würzburg) oder der SV Wacker Burghausen (15 Punkte hinter Würzburg) ziehen noch an den Unterfranken vorbei. Dies sind die einzigen beiden Vereine, die neben Unterhaching und Würzburg die Lizenzunterlagen firstgemäß eingereicht haben.

Ungewissheit: Lok Leipzig kann nur abwarten

Leidtragender der Ungewissheit ist der amtierende Regionalliga-Meister Lok Leipzig. Mit derzeit zehn Punkten Vorsprung auf den ersten Aufstiegskonkurrenten Jena thronen die Sachsen an der Spitze. Trotz der zweiten Meisterschaft in Serie könnte der Aufstieg allerdings erneut in den Aufstiegsspielen zur 3. Liga verpasst werden. Dort scheiterte Lok im Vorjahr am TSV Havelse und im Jahr 2020 am SC Verl.

Foto: Instagram: @ultimaraka02

 

In diesem Jahr finden die Aufstiegsspiele am Donnerstag, den 21. Mai sowie am Montag, den 25. Mai statt – sofern keiner der beiden Vereine am Finaltag der Amateure im Einsatz ist. Alternativ wird am 27. Mai (Mittwoch) und 31. Mai (Sonntag) gespielt. Leipzig und Unterhaching sind nicht mehr im Rennen um den Verbandspokal dabei, Würzburg trifft im Halbfinale auf Burghausen. Das Hinspiel findet beim Nordost-Vertreter statt, das Rückspiel in Bayern. Dies ist das Resultat einer Auslosung beim DFB.

Regionalliga-Reform: Entscheidung steht an

Um der Ungerechtigkeit in Sachen Aufstieg aus der Regionalliga ein Ende zu setzten, wird derzeit wieder über eine Reform der Regionalligen diskutiert. Dort kündigt sich für Ende März eine Entscheidung an. Von einer Reform, bei der alle Meister aufsteigen können, bis hin zu einem „Weiter so“ scheint derzeit alles möglich. Weitere Informationen findet ihr hier:

Autor: Christian Link
Quelle: Die falsche 9