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DFL-Investor kommt! So haben die Klubs abgestimmt

Der 11. Dezember 2023 ist ein historischer Tag in der deutschen Fußballgeschichte. Auf der Mitgliederversammlung der DFL haben sich die 36 Profivereine mehrheitlich für eine „strategische Vermarktungspartnerschaft auf Liga-Ebene“ ausgesprochen. Kurzum: In den kommenden Wochen und Monaten sucht die DFL einen Investor für die Bundesliga und 2. Bundesliga.

Digitalisierung und Auslandsvermarktung stehen im Vordergrung

Durch den Einstieg des Investors erhofft sich die DFL ein Milliarde Euro. Der Investor ist dafür für 20 Jahre mit bis zu acht Prozent an den Lizenzerlösen der DFL beteiligt. Das meiste Geld ist für Digitalisierung und Internationalisierung vorgesehen. Unter anderem stehen eine eigene digitale Plattform, eine bessere Auslandsvermarktung, eine Verbesserung der „Virtual Bundesliga“ sowie mehr Einblicke bei der Übertragung vor, während und nach den Spielen im Raum.

Bundesligisten sollen nicht an Einfluss verlieren

Dabei sollen „Rote Linien“ nicht überschritten werden, um die Einflussnahme und Mitwirkungsrechte der Bundesligisten jederzeit in vollem Umfang wahren zu können. Dazu gehören beispielsweise die Einflussnahme auf den Spielplan, die Austragungsorte von Spielen (beispielsweise reguläre Ligaspiele im Ausland) oder die Änderung des Wettbewerbsmodus (beispielsweise Einführung von Play-Offs).

Geheime Abstimmung in Frankfurt

Nachdem in der ersten Jahreshälfte ein erster Antrag zu einem Investoren-Einstieg deutlich gescheitert ist, wurde am Montag ein neuer Anlauf genommen. Zu Beginn der Mitgliederversammlung einigten sich die Vertreter der 36 Profiklubs, dass die Abstimmung geheim und mit Urne durchgeführt wird. Die Klubs fürchteten sich davor, dass eine elektronische Abstimmung nachverfolgt werden könnte. Doch bereits im Vorfeld der Mitgliederversammlung positionierten sich 15 Vereine – zwölf davon aus der Bundesliga – pro Investor. Zur Zwei-Drittel-Mehrheit fehlten damit noch neun Klubs – die dann auch gefunden wurden.

24 Klubs stimmen für den Investoren-Einstieg

Um kurz nach 14 Uhr stand dann das Ergebnis fest, das knapper nicht hätte ausfallen können. Die Zwei-Drittel-Mehrheit wurde mit einer Punktlandung erzielt. Zu den 15 Vereinen, die im Vorfeld ihre Zustimmung offen gelegt haben, gesellten sich Mainz, Darmstadt, Rostock, der Hamburger SV und der Karlsruher SC dazu. Dies erklärten die Klubs in einem Statement nach der Abstimmung.

Diese Vereine haben für den Investoren-Antrag vom 11. Dezember gestimmt:

  • FC Bayern München
  • Borussia Dortmund
  • RB Leipzig
  • Bayer 04 Leverkusen
  • TSG Hoffenheim
  • VfL Wolfsburg
  • Werder Bremen
  • Borussia Mönchengladbach
  • VfB Stuttgart
  • Eintracht Frankfurt
  • VfL Bochum
  • 1. FC Heidenheim
  • SV Darmstadt 98
  • 1. FSV Mainz 05
  • Hamburger SV
  • FC Schalke 04
  • SpVgg Fürth
  • SC Paderborn
  • Karlsruher SC
  • Hansa Rostock
  • Hannover 96*
  • Holstein Kiel
  • SV Elversberg
  • Wehen Wiesbaden

*Der Verein Hannover 96 befahl Martin Kind gegen den Investor zu stimmen. Kind stimmte allerdings für den Investor. Das ergibt das Stimmenbild der anderen Vereinen.

Zehn Klubs stimmten dagegen

Im Vorfeld der Abstimmung machten nur der SC Freiburg, der 1. FC Köln und der FC St. Pauli ihre Position gegen einen Investoreneinstieg öffentlich. Auf der Mitgliederversammlung von Fortuna Düsseldorf und dem 1. FC Kaiserslautern stimmten die anwesenden Mitglieder für die Ablehnung des Investoren-Modells, was für die Vereine allerdings kein bindender Auftrag war. Beide stimmten nach dem Willen der Fans. Im Nachgang hat dann auch das Zweitliga-Quartett um Nürnberg, Braunschweig, Hertha BSC und Magdeburg ihre Ablehnung zum DFL-Investor öffentlich gemacht. Auch der 1. FC Union Berlin bestätigte, gegen den Investoren-Einstieg gestimmt zu haben.

Foto: der-betze-brennt.de

Diese Vereine haben gegen Investoren-Antrag vom 11. Dezember gestimmt:

  • SC Freiburg
  • 1. FC Köln
  • 1. FC Union Berlin
  • FC St. Pauli
  • Fortuna Düsseldorf
  • 1. FC Nürnberg
  • Eintracht Braunschweig
  • Hertha BSC
  • 1. FC Magdeburg
  • 1. FC Kaiserslautern

Zwei Klubs enthielten sich dem Votum

Des Weiteren haben sich mit dem FC Augsburg und dem VfL Osnabrück zwei Vereine enthalten. In diesem Fall hat eine Enthaltung die gleichen Auswirkungen auf die Abstimmung wie eine Gegenstimme.

Diese Vereine haben sich beim Investoren-Antrag vom 11. Dezember enthalten:

  • FC Augsburg
  • VfL Osnabrück

 

Brisante Konstellation bei Hannover 96

Ein neues Kapitel im Streit zwischen Hannover 96 und Martin Kind beginnt wohl mit der Abstimmung zum DFL-Investor. Diesen lehnte der Stammverein ab und befahl, Martin Kind bei der Abstimmung gegen den Investor zu stimmen. Das Stimmungsbild der anderen Vereine ergibt allerdings, dass Kind für den Investor gestimmt haben muss. Möglicherweise hat dies ein rechtliches Nachspiel bei Hannover 96, vielleicht sogar auch bei der DFL.

Wie geht es weiter?

In den kommenden Monaten finden nun Verhandlungen mit potenziellen Investoren statt.  Die DFL hat sich das Ziel gesetzt, bis Ende März zum Abschluss der Gespräche zu kommen, da im zweiten Quartal des kommenden Jahres die nationale Rechteausschreibung für die Bundesliga und 2. Bundesliga von 2025 – 2029 beginnt.

Autor: Christian Link
Quelle: Die falsche 9

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Woltemath

    Was ist bei 96 falsch? Ein Präsident gegen eine Ratte namens Kramer. Das kommt in den besten Familien vor. Kind hätte den Verein verrecken lassen sollen!

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