Mit Rot-Weiss Essen im Wintercamp 2020 Teil 1
Bild: instagram.com/kinddespotts07

Mit Rot-Weiss Essen im Wintercamp 2020 Teil 1

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Weit über 100 Fans des Regionalligisten Rot-Weiss Essen, haben ihren Verein, ins Trainingslager nach Andalusien begleitet. Kind des Potts 07 war einer von ihnen und berichtet für uns, in einem zweiteiligen Bericht, vom rot-weißen Abenteuer in Südeuropa.

Spanien statt Türkei

Nachdem das letzte Winter-Trainingslager, 2016 in Belek (Türkei), nun auch schon eine Weile zurückliegt, sollte es in diesem Winter endlich wieder soweit sein. Nach zahlreichen kritischen Stimmen aus dem Umfeld anlässlich des präferierten Ortes der Vorbereitung, kam es zu einem Umdenken beim RWE-Vorstand, und die Region des Camps für 2020 hieß dann doch Andalusien statt türkische Riviera.

Auf nach Andalusien

Für mich sollte dies das erste RWE-Winter-Trainingslager sein und entsprechend groß war die Vorfreude auf ein paar Tage nonstop RWE, gepaart mit Sonne, Wärme und Meer. Die Mannschaft war schon am Montagmorgen, begleitet von gut einem Dutzend RWE-Fans, nach Südspanien aufgebrochen, für uns 55 anderen Fans (darunter auch Fanclubs, Sponsoren, Aufsichtsratsmitglieder und Mitglieder des Vorstandes der Fan- und Förderabteilung) der offiziellen Fanreise ging´s in aller Frühe am Mittwoch Richtung Flughafen der Landeshauptstadt von NRW.

Die Flugroute sah für uns vor, um kurz nach 7 Uhr den deutschen Boden Richtung spanischer Hauptstadt zu verlassen und in Madrid nach kurzem Umstieg noch einmal eine gute Flugstunde bis Jerez (Andalusien) zu benötigen. Die größten Sorgen machten wir uns allerdings um unser aufgegebenes Gepäck, war doch auf dem Hinflug der Mannschaft am Montag leider gut ein Drittel des Gepäcks nicht in Jerez angekommen; abends zwar glücklicherweise nachgeliefert worden, so dass keine Kleiderbörse notwendig war, aber auf solche Eskapaden kann man aber gut verzichten. Vorweggenommen, all unser Gepäck ist sowohl hin nach Spanien als auch zurück nach Düsseldorf gekommen, einzig der Koffer von Torwarttrainer Manuel Lenz gilt weiter als verschollen und ist nicht auffindbar.

Sturm auf den Supermarkt

Angekommen am äußerst überschaubaren Flughafen von Jerez, wussten das gelungene Wetter und die milden Temperaturen sofort zu überzeugen. Ausgestattet mit dem Teilnehmer-Bändchen für die nächsten Tage, einem eigens fürdas Wintercamp individualisierten Trikot und einer kühlen Erfrischung ging’s vom Flughafen direkt knapp 55 km zum ersten Testspiel des Wintercamps gegen die Würzburger Kickers. In Chiclana de la Frontera wurde uns erstmals bewusst vor Augen geführt, hier ist gerade Nebensaison. Da wir zügig durchgekommen waren, hatten wir bis Anpfiff noch circa zwei Stunden Zeit, um nach einer offenen Kneipe oder Supermarkt zu suchen – kein leichtes Unterfangen. Da man in dem dortigen Supermarkt aber nicht auf gut 50 RWE Fans, die seit gut zehn Stunden auf etwas Essbares und ein Kaltgetränk warteten, eingestellt war, waren die dortigen Vorräte schnell erschöpft. Am Spielfeld, dem Campo de Fútbol Novo Sancti Petri, selbst waren dann auch die ca. 30 RWE Fans eingetroffen, die individuell angereist waren und im Nachbarort wohnten.

Testspiel unter Palmen gegen Würzburg

Das Panorama im Hintergrundvermittelte, dass wir unseren RWE gerade unter Palmen und über 2.000 km von der heimischen Hafenstraße entfernt spielen sahen, wirkte für den ein oder anderen doch sehr surreal und schob es daher auf den dehydrierten Zustand. Erstaunt waren nicht nur die Fans, sondern auch die Verantwortlichen von Rot-Weiss Essen und den Würzburger Kickers über die Anzahl an Fans des West-Regionalligisten, die sich am Platz eingefunden hatten, was auch bei den beiden am Spielfeldrand zusehenden Vereinen von FC Erzgebirge Aue und der SpVgg Unterhaching (im Übrigen begleitet ins Trainingslager von 0 Fans) einen bleibenden Eindruck hinterließ. Gespielt wurden 4 × 25 Minuten, so dass möglichst viele Spieler aus dem Kader ihre Einsatzzeit erhielten. Das Spiel endete mit einer 2:4- Niederlage, wobei man gerade den Essenern, die anstrengenden Trainingseinheiten der letzten Tage anmerkte.

Zweite spanische Liga: Cádiz – Mirandés

Für die Meisten hieß der Resttag jetzt einchecken im Hotel, Abendessen, Hotelbar oder doch direkt ins Bett. Für einen anderen kleinen Haufen von Freunden des Groundhoppings ging es nun weiter nach Cádiz. Dort bestritt der Tabellenführer der zweiten spanischen Liga an diesem Abend ein Heimspiel gegen CD Mirandés. Nach einer landestypischen Stärkung ging es auf die Haupttribüne des Estadio Ramón de Carranza, um dem Spiel bei inzwischen schon relativ kühlen Temperaturen beizuwohnen. Das Stadion, dass eher in einem nicht so schönen Teil der Stadt gelegen ist, besteht aus einer äußeren Glasfront, vier Tribünen, waghalsigen Kameraplätzen und hat u.a. ein Parkhaus in die Tribünen integriert. Die sehr steilen Tribünen sind möglicherweise eine Erklärung, wieso es im Stadion nur alkoholfreies Bier gibt.

Das Spiel als solches, spielerisch sehr ansehnlich, nahm mit zunehmender Spieldauer an Fahrt auf. Kurz vor Ende des Spiels (89.) führte der Tabellenführer der Segunda División verdient mit 3:1 und der Anhang feierte schon siegesgewiss. In der angezeigten 5-minütigen Nachspielzeit allerdings gelang den Gästen tatsächlich noch in der 90. +7 min der Ausgleich zum 3:3. Der eine oder andere Essener unter uns fühlte sich angesichts dieses Spielverlaufes doch schon sehr heimisch, nicht nur wegen den Vereinsfarben = unsere Stadtfarben, ist dies doch auch ein Gefühl, das wir jahrelang an der Hafenstraße nur allzu gut kannten. Auf der gut einstündigen Rückfahrt Richtung Mannschaftshotel hatten wir alle einen gefühlten „Knack-Tinnitus“ von unseren Sitznachbarn im Stadion, die mit Vorliebe Sonnenblumenkerne verspeisten. Nach gut 21 Stunden wach und mit vielen neuen Eindrücken ging es müde und erschöpft, aber glücklich mit einem neuen Länderpunkt ins Bett. 

Freier Tag in Cádiz genutzt

Der nächste Morgen bescherte uns einen wunderbaren Ausblick aus dem Hotelzimmer über einen riesigen weitläufigen Golfplatz, gespickt mit Palmen – was für ein paradiesischer Blick am ersten Morgen. Beim Frühstück erfuhren wir dann vom wohlverdienten freien Tag für unsere Jungs, was für uns wiederum hieß, Fahrt nach Rota und von dort aus, nach einer kurzen Besichtigung des Yachthafens, mit der Fähre in den Hafen von Cádiz einzulaufen, um eine der ältesten Städte Westeuropas zu erkunden.

In der Altstadt, landestypisch mit vielen engen Gassen und der berühmten Festungsanlage, stellten wir fest, dass nicht immer Fans der Mannschaft hinterher reisen müssen, sondern es ab und zu auch umgekehrt läuft. Nach einem kurzweiligen, sonnigen Nachmittag ging’s zurück, da am heutigen Abend der Mannschaftsabend stattfand.

Zweiter Teil folgt am Freitag

Über den Mannschaftsabend, den Aufsflug nach Gibralta und dem Testspiel gegen den Karlsruher SC geht es unter anderem, im morgen erscheinenden, zweiten Teil weiter. Wer mehr über Autor lesen und sehen möchte, darf gerne auf seinem Instagram-Kanal (@kinddespotts07) vorbeischauen.

Autor und Bilder: Kind des Potts 07

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