So verhindert der VfL Wolfsburg eine Werder-Fan-Invasion

In der Fußball-Bundesliga trifft am Samstag (15:30 Uhr) der VfL Wolfsburg auf den SV Werder Bremen. Das Keller-Duell polarisiert nicht nur sportlich, auch bei den Fanlagern sorgt die Partie schon im Vorfeld für viel Gesprächsstoff. Mit allen Mitteln will der VfL Wolfsburg eine erneute Fan-Invasion der Auswärtsmannschaft verhindern.

Zuletzt mehr als 11.000 HSV-Fans in Wolfsburg

Das Heimspiel des VfL Wolfsburg gegen den Hamburger SV wird noch lange in den Erinnerungen vieler Fans bleiben. Über 11.000 HSV-Fans verwandelten die Volkswagen Arena in ein Freudenhaus – zumindest auf Seiten der Rothosen. Auf der anderen Seite herrschte nach der 1:2-Heimniederlage und der Übernahme der HSV-Fans Frust. Feuerwerkskörper flogen auf den Platz, schwarzer Rauch stieg empor. Schon im Vorfeld der Partie gegen die Rothosen zeichnete sich ein großer HSV-Anhang ab. Auch teure Kombi-Tickets und verschobene Vorverkaufsstarts konnten die HSV-Fans nicht stoppen. Dies soll sich beim Heimspiel gegen den SV Werder Bremen nicht wiederholen.

Wolfsburg will Werder-Fan-Invasion verhindern

Hierfür hat der VfL Wolfsburg im Vorfeld einige Maßnahmen getroffen. Einen freien Vorverkauf für das wichtige Heimspiel gegen die Grün-Weißen von der Weser am 27. Spieltag gibt es nicht. Ausschließlich Dauerkarteninhaber und Vereinsmitglieder konnten für die Partie gegen Werder Bremen Tickets erwerben. Nachdem in Werder-Foren dazu aufgerufen wurde, eine relativ kostengünstige Mitgliedschaft beim VfL abzuschließen (30 € pro Jahr) und damit mehrere Karten zu ordern, griffen die Wölfe auch hier zu Maßnahmen. Im Nachhinein passte der VfL Wolfsburg an, dass Karten für das Heimspiel gegen Werder Bremen nur von Mitgliedern erworben werden können, die eine Mitgliedschaft vor dem 1. Februar 2026 abgeschlossen haben.

Keller-Duell der Bundesliga ausverkauft

Mittlerweile ist die Partie ausverkauft, wie der VfL Wolfsburg in der vergangenen Woche verkündet hat. Wie viele Werder-Fans sich trotz der hohen Hürde ein Ticket außerhalb des Gästebereichs sichern konnten, wird sich erst am Samstag zeigen. Die Gastgeber betonten nochmals, dass der Aufenthalt in Gästekleidung im Heimfanbereich nicht erwünscht ist. Dieser erstreckt sich in Wolfsburg über die komplette Fankurve, den Oberrang der Haupttribüne in der Hälfte zur Wolfsburger Kurve sowie der kompletten Hintertortribüne außerhalb des Gästebereiches. Beim Heimspiel gegen den HSV wurden aus diesen Bereichen HSV-Fans des Stadion verwiesen, wie die MOPO berichtete.

Stadionplan VfL Wolfsburg
Screenshot: VfL Wolfsburg

 

Ligaübergreifende Tabelle nach Auslastung im Heimbereich: Wolfsburg nur auf Platz 37

Mit einer durchschnittlichen Auslastung von rund 83 Prozent im Heimbereich ist die Wolfsburger Arena das am schlechtesten ausgelastete Stadion in der Fußball-Bundesliga. Im ligaübergreifenden Vergleich reihen sich die Niedersachsen nur auf Rang 37 ein. In dieser Saison waren bislang nur die Heimspiele gegen Köln, Dortmund und den HSV ausverkauft.

Schlechtester Zuschauerschnitt beim VfL Wolfsburg seit knapp 20 Jahren

Im Durchschnitt zieht es 23.817 Zuschauer in die 28.917 Plätze fassende Arena. Damit reiht man sich in der deutschlandweiten Zuschauertabelle auf Platz 28 ein – zwischen die Drittligisten Hansa Rostock und Alemannia Aachen. Für den VfL Wolfsburg ist es der aktuell schlechteste Zuschauerschnitt seit fast 20 Jahren. Zuletzt kamen in der Bundesliga-Saison 2006/07 weniger Fans in die Arena.

Werder, Bayern & Co: Vier Bundesliga-Spiele in Wolfsburg bis Saisonende

Im Saisonendspurt dürfte der Zuschauerschnitt der Wolfsburger in die Höhe steigen. Neben dem SV Werder Bremen gastieren noch Eintracht Frankfurt, Borussia Mönchengladbach und der FC Bayern München in der Autostadt. Möglicherweise sind es die vorerst letzten vier Heimspiele der Wolfsburger im Fußball-Oberhaus. Der erste Abstieg aus der Bundesliga droht. Derzeit steht man drei Punkte hinter dem Relegationsplatz. Vier Punkte sind es auf das rettende Ufer, an dem aktuell der SV Werder Bremen steht.

Autor: Christian Link
Quelle: Die falsche 9