Fußball im Ruhrgebiet – mehr als nur Sport!

Fußball im Ruhrgebiet – mehr als nur Sport!

Fußball im Revier ist mehr als nur Sport! 16 Deutsche Meisterschaften und 11 DFB-Pokal-Siege errungen die Vereine aus dem Ruhrgebiet bislang. Sieben Klubs des größten Ballungsraums in Deutschland spielten schon einmal in der Bundesliga. Dazu gehören die heutigen Bundesligisten Borussia Dortmund und Schalke 04, Zweitligist VfL Bochum, Drittligist MSV Duisburg sowie die Regionalligisten Oberhausen und Essen als auch die seit dieser Woche insolvente SG Wattenscheid.

Namensgeber für das Gebiet ist der am südlichen Rande verlaufende Fluss Ruhr. Der Fluss mündet im Duisburger Stadtteil Ruhrort in den Rhein.

Integration durch Fußball

Neben dem Sportlichen spielt der Fußball vor allem sozial gesehen eine große Rolle im Pott. Er gilt als einer der wichtigsten Faktoren zur Integration. Der Ausländeranteil im Ruhrgebiet liegt bei etwa 16,4 % – über 665.000 ausländische Mitbürger leben in einer Region, die Zuwanderung durch die industrielle Struktur gewohnt ist.

Von Hütten und Zechen zum Verein

Arbeiterfußball – nirgends in Deutschland trifft die Bezeichnung besser zu als im Ruhrgebiet. Unzählige Amateur- und Hobbyvereine gründeten sich im Westen. Der Großteil der Klubs hat ihren Ursprung in Werksmannschaften von Hütten und Zechen. Die Kumpels des Wittener Fußballclub gründeten sich 1892 als erster reiner Fußballverein des Ruhrgebiets und fünftältester Deutschlands.

Der Mythos vom Schalker Markt

12 Jahre später war es im stark vom Bergbau geprägten Industriedorf Schalke soweit. Der berühmte „Mythos des Schalker Markts“ vom 4. Mai 1904 entstand. Im Hinterhof des Marktes trafen sich der Legende nach zehn Jungs, im Alter von 12 bis 14 Jahren, die ihre Träume von Duellen und Derbys verwirklichen wollten und deswegen den Verein „Westfalia Schalke“, in den Vereinsfarben rot und gelb, gründeten.

Die letzte Zeche schließt

Am 21. Dezember 2018 endete eine Ära. Hunderte Jahre nach den ersten Gründungen von Vereinen durch Kumpels schließt das Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop. Das letzte aktive Steinkohle-Bergwerk in Deutschland macht dicht. Die Gründungsgeschichten unzähliger Vereine wird es somit in dieser Form nicht mehr geben.

Vereine auf Kurs

Zwar sind die Zechen geschlossen, doch die Werte der Kumpels werden weitergelebt – im Verein, auf dem Platz und in den Kneipen. Tausende Menschen pilgern Woche für Woche in die Stadien an der Ruhr. Rot-Weiss Essen kämpft nach langen und harten Regionalliga-Jahren um die Rückkehr in den Profifußball, der MSV Duisburg befindet sich auf Kurs Wiederaufstieg und Schalke 04 durchlebt gerade einen zweiten Frühling. Eine Region lebt!

Schwarzer Tag für den Pott

Wäre da nicht die traurige Nachricht dieser Woche, dass die SG Wattenscheid den Spielbetrieb in der Regionalliga einstellen muss. Ein wirtschaftlicher Totalschaden, ein Sterben auf Raten – man kann nur hoffen, dass ein Neuanfang – wo auch immer er beginnt – erfolgreich sein wird.

Quelle: Die falsche 9
Stand: 26. Oktober 2019
Autor: Christian

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