Boykott in Dresden: Kleinste Hertha-Gästekulisse seit neun Jahren

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Am Samstagabend ist Hertha BSC zum Auswärtsspiel in der 2. Fußball-Bundesliga bei Dynamo Dresden zu Gast. Durch die vom DFB ausgehängten Strafen nach den Auseinandersetzungen bei der Partie im April stand den Berlinern nur ein verkleinertes Gästekontingent zur Verfügung. Das verminderte Kontingent und ein darauf folgender Boykottaufruf der Aktiven Fanszene sorgen für die kleinste Gästekulisse der Hertha seit neun Jahren – mit Ausnahme der zuschauerbeschränkten Spiele während der Pandemie.

Erstes Duell zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC seit den Ausschreitungen im April

Die Auseinandersetzungen der Fanszenen zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC beim Zweitligaspiel im vergangenen April hatten tage- und wochenlag für viele Diskussionen in Fußball-Deutschland gesorgt. Nach einem Fahnenklau der Dresdner Fans im Gästeblock kam es zum gegenseitigen Beschuss von Pyrotechnik, körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Fans beider Fanlager und dem mehrfachen Betreten des Innenraums. Für das erste Duell seit den Vorfällen – kurioserweise erneut am Samstagabend – gibt es daher entsprechende Auflagen seitens des Deutschen Fußball-Bundes.

650 Hertha-Fans reisen nach Dresden

Für das Gastspiel der Berliner durfte nur die Hälfte des regulären Gästekontingentes zur Verfügung gestellt werden. Dies entspricht im rund 3.000 Zuschauer fassenden Gästeblock einem Kontingent von noch 1.500 Karten – das zusätzlich nur personalisiert verkauft wurde. Gleiches wird auch beim Rückspiel in Berlin der Fall sein. Aufgrund der Kollektivstrafe gab es einen Aufruf der Aktiven Fanszene, keine Karten für die Partie in der sächsischen Landeshauptstadt zu kaufen. Dem Aufruf ist der Großteil der Fans gefolgt. Die Mannschaft von Stefan Leitl werden nur rund 650 Fans zum Samstagabendspiel an der Elbe begleiten.

Kleinste Berliner Gästekulisse seit neun Jahren

Für Hertha BSC ist dies – mit Ausnahme der Spiele mit Zuschauerbeschränkungen während der Pandemie – die kleinste Gästekulisse seit neun Jahren. So wenige Fans waren letztmalig beim Bundesliga-Auswärtsspiel beim FC Augsburg in der Saison 2017/18 angereist. An einem Adventssonntag hatten sich etwa 650 Fans zum Abendspiel (18 Uhr) auf den Weg in die Fuggerstadt gemacht. Seither waren fast immer über 1.000 Fans bei den Auswärtsspielen der Berliner mit dabei.

Sechs Zweitligisten (noch) mit maximaler Gästeblock-Auslastung

In dieser Saison gastierten die Blau-Weißen bereits in Bochum, Braunschweig und Osnabrück. Bei allen drei Spielen war der Gästeblock restlos ausverkauft. Auf den selben Wert kommen in der noch jungen Saison nur fünf weitere Zweitligisten. Auch bei Eintracht Braunschweig (in Kaiserslautern) und dem 1. FC Magdeburg (in Fürth) wird die 100-Prozent-Marke nach dem Wochenende keinen Bestand mehr haben. Hingegen laufen der 1. FC Nürnberg und der FC St. Pauli erneut vor einem ausverkauften Gästeblock auf. Die Franken gastieren in Karlsruhe, die Hamburger in Cottbus.

Gästeblock-Auslastung in %
1.
1. FC Magdeburg100
1. FC Nürnberg100
FC St. Pauli100
Dynamo Dresden100
Eintracht Braunschweig100
Hertha BSC100
7.
1. FC Kaiserslautern99
8.
VfL Osnabrück86
9.
VfL Wolfsburg80
10.
Hannover 9677
11.
FC Energie Cottbus67
12.
Karlsruher SC67
13.
Arminia Bielefeld61
14.
VfL Bochum51
15.
1. FC Heidenheim45
16.
SV Darmstadt 9836
17.
Holstein Kiel33
18.
SpVgg Fürth30
Stand: 14.09.2026

Alle weitere Statistiken zu Zuschauer- und Auswärtsfahrerzahlen findet ihr in unserer Zahlenzentrale.

Dynamo Dresen
Foto: Instagram: @fantastic_floodlights

 

Knapp 30.000 Zuschauer zum Topspiel der 2. Fußball-Bundesliga erwartet

Auf Seiten von Dynamo Dresden ist die Partie restlos ausverkauft. Durch die Kapazitätseinbußen im Gästeblock werden es allerdings voraussichtlich nur knapp 30.000 Zuschauer im Rudolf-Harbig-Stadion sein. In der vergangenen Saison wurde nur einmal die Marke von 30.000 Zuschauern nicht geknackt. Dies war beim Heimspiel gegen die SV 07 Elversberg – ebenfalls aufgrund einer recht kleinen Gästekulisse. Ankündigungen eines Stimmungboykotts der Dresdner Fanszene gab es öffentlich im Vorfeld nicht.

Autor: Christian Link
Quelle: Die falsche 9