DFB-Entscheidung um Modell für die Regionalliga-Reform gefallen

  • Beitrag veröffentlicht:
  • Beitrags-Kategorie:Regionalliga

Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist die Entscheidung um das Modell für die Regionalliga-Reform, über die im Dezember abgestimmt wird, gefallen. Das DFB-Präsidium schickt das sogenannte „Kompassmodell“ zur Abstimmung in den DFB-Bundestag. Regional- und Landesverbände des DFB könnten noch andere Modelle zur Abstimmung einbringen.

DFB stellt Kompassmodell zur Abstimmung

Nach den vielen öffentlichen Diskussionen, über welches Modell der außerordentliche DFB-Bundestag im Dezember abstimmen soll, hat das DFB-Präsidium sich nun auf seinen Antrag festgellt. Wie der DFB am Freitag mitteilte, wird am 18. Dezember 2026 über das „Kompassmodell“ abgestimmt. Dieses Modell bedeutet eine Reduzierung der Regionalligen von fünf auf vier Staffeln, aus denen alle Meister direkt aufsteigen. Zugleich sinkt die Zahl der Regionalligisten auf 80 – regulär sind es derzeit 90 Regionalligisten.

Grenze der Landesverbände nicht mehr ausschlaggebend, doch Derbys sollen erhalten bleiben

Elementarer Punkt des Kompassmodells ist die Einteilung der vier Regionalligen über die geringsten Reisestrecken und nicht mehr über die Zugehörigkeit der Vereine in den Regional- oder Landesverbänden. Gegen dieses Modell sprachen sich zuletzt die Regionalligisten aus Hessen aus. Auch in Bayern möchte man eine Alternative zum Kompassmodell und schlug eine Aufstockung der 3. Liga bei Erhalt der fünf Regionalligen vor. Die bisherige Regel, dass nicht mehr als sieben U23/U21-Mannschaften in einer Regionalliga spielen, soll erhalten bleiben. Zudem soll bei der Einteilung der Regionalliga auch auf Derbys Rücksicht genommen werden.

Neuendorf bekommt sein Kompassmodell

DFB-Präsident Bernd Neuendorf, der sich zuletzt mehrfach für das Kompassmodell aussprach, äußerte sich wie folgt zur Entscheidung des Präsidum: „Das Kompassmodell hat in einer bundesweiten Vereinsbefragung im Sommer eine Mehrheit erzielt. Dem wollen wir mit unserem Antrag Rechnung tragen. Vier Meister, vier direkte Aufsteiger: Dieses klare Prinzip schafft endlich Verlässlichkeit. Zugleich wollen wir die Rahmenbedingungen für die Vereine nachhaltig verbessern und die Talentförderung durch die Leistungsverdichtung stärken. Die Entscheidung liegt nun beim Außerordentlichen Bundestag. Wir werden den Delegierten und Vereinen unseren Antrag in den kommenden Wochen umfassend erläutern.“

Forderung der Fans
Foto: Instagram: @fokus_fischerwiese

 

Regionalliga Südwest erhält die meisten Startplätze in der Qualifikationsrunde

Sofern im Dezember das Kompassmodell vom DFB-Bundestag beschlossen wird, würde die neue Struktur zur Saison 2028/29 greifen. Ab dann würden die vier Meister immer einen festen Aufstiegsplatz haben. In jeder Staffel gibt es vier feste Absteiger. Bereits die kommende Saison wäre die Qualifikationssaison. In der 3. Liga würden ganz regulär vier Mannschaften absteigen. Hinzu kommen 14 Teams aus den bisherigen Staffeln Bayern und Nordost, 15 Mannschaften aus der Staffel Nord, 16 aus der Staffel West und 17 aus der Südwest–Staffel. Für die Regionalliga Nordost – die die mit Abstand zuschauerstärkste Regionalliga ist – ein Rückschlag, aber wohl auch ein Kompromiss in Richtung Südwesten.

DFB soll Träger der Regionalliga werden

Des Weiteren soll die Verantwortlichkeit als Träger der 4. Spielklassenebene in der neuen Struktur auf den DFB übergehen. Verbunden wäre dies mit einer einheitlichen Organisation, einer zentralen Vermarktung und einheitlichen Zulassungsvoraussetzungen für alle Staffeln, schreibt der DFB in seinem Statement. Auch hier entscheidet ein Antrag auf dem DFB-Bundestag.

Regional- und Landesverbände könnten andere Modelle zur Abstimmung stellen

Für den DFB-Bundestag könnten auch noch andere Ordentliche Mitglieder des DFB, das sind die Regional- und Landesverbände sowie die DFL, Anträge zur Abstimmung einbringen. Der BFV kündigte zuletzt an, eine Aufstockung der 3. Liga zur Abstimmung zu stellen. Formal liegt noch kein weiterer Antrag vor. Für den Beschluss des Modells ist eine Zweidrittel-Mehrheit bei der Abstimmung nötig. 257 stimmberechtigten Delegierten werden in Frankfurt am Main über eine mögliche Neuordnung der 4. Spielklassenebene und eine veränderte Aufstiegsregelung zur 3. Liga abstimmen.

Autor: Christian Link
Quelle: Die falsche 9