DFB-Pokal: Siebenmal so viele Zuschauer wie Einwohner

Hertha BSC gastiert am Mittwochabend im DFB-Pokal beim SSV Jeddeloh II. Das Überraschungsteam der 1. Runde freut sich auf eine außergewöhnlich große Kulisse. Die Partie wird vor siebenmal so vielen Zuschauer stattfinden, wie Jeddeloh II Einwohner hat. Alleine die heutige Gästekulisse der Fans von Hertha BSC übertrifft die gesamte Zahl an Zuschauern, vor der der Regionalligist in dieser Saison spielte.

Zuschauer 1. DFB-Pokal-RUnde
Die Kulisse im Marschwegstadion beim DFB-Pokal-Spiel des SSV Jeddeloh II gegen Heidenheim. Foto: Instagram @groundhopper_us_koelle

 

SSV Jeddeloh II freut sich auf 10.000 Zuschauer beim DFB-Pokal-Spiel gegen Hertha BSC

Nach dem sensationellen 5:2-Erfolg gegen den Zweitligisten 1. FC Heidenheim steht für den SSV Jeddeloh II heute das nächste große Highlight der Saison an. In der 2. Runde trifft der Regionalligist auf Zweitliga-Spitzenreiter Hertha BSC. Für die Partie weicht der Tabellen-13. der Regionalliga Nord erneut in das Oldenburger Marschwegstadion aus – gut 15 Kilometer von der eigenen Spielstätte entfernt. Mit 10.000 Zuschauern ist das Stadion restlos ausverkauft. Im Vergleich zum Erstrundenspiel gegen den 1. FC Heidenheim hat sich die Zuschauerzahl mehr als verdoppelt – den historisch ersten DFB-Pokalsieg der Ammerländer sahen 4.600 Zuschauer. Der 1.300 Einwohner große Ortsteil der niedersächsischen Gemeinde Edewecht spielt am Mittwochabend vor mehr als siebenmal so vielen Zuschauern wie Menschen in Jeddeloh II wohnen.

Hertha reist mit mehr Fans an, als Jeddeloh in der Regionalliga Zuschauer bei acht Spielen hatte

Alleine aus der Bundeshauptstadt nehmen heute 5.500 Gästefans die über 400 Kilometer weite Fahrt auf sich. Die Hertha-Fans sorgen damit nicht nur für mehr als die Hälfte der heutigen Pokalkulisse, man überbietet auch die Zuschauerzahl des Erstrundenspiels sowie die Gesamtzahl an Zuschauern in der Regionalliga-Saison des SSV Jeddeloh II. Dort kamen insgesamt 4.328 Zuschauer zu den bisherigen acht Heimspielen. Mit durchschnittlich 541 Zuschauern belegt man damit Rang 13 in der Zuschauertabelle der Regionalliga Nord.

Jeddelohs kuriose Pokal-Situation: Im DFB-Pokal noch dabei, im Verbandspokal raus

Seit dem Pokalerfolg gegen den 1. FC Heidenheim hat sich beim SSV Jeddeloh II einiges geändert. Anfang Oktober trennte man sich von Cheftrainer Kristian Arambasic, nachdem man aus den ersten zehn Regionalligaspielen nur drei Siege holte und im Niedersachsenpokal gegen den FSV Schöningen ausschied. Kurios: Zwar könnte der SSV Jeddeloh II noch den DFB-Pokal gewinnen, sich aber nicht mehr für die kommende Pokalsaison qualifizieren. Die Qualifikation ist für den Regionalligisten einzig über den Verbandspokal möglich. Mit dem Titelgewinn geht kein Startrecht für die darauffolgende DFB-Pokal-Saison einher.

Neuer Trainer mit Hertha-Vergangenheit

Seit dem Trainerwechsel stehen je ein Sieg, ein Unentschieden und eine Niederlage zu Buche. Bei der letzten Partie in Eimsbüttel (1:1) gab Burak Bahar sein Debüt als neuer Cheftrainer. Nun wartet mit Hertha BSC direkt eine große Aufgabe auf den 34-jährigen, der von 2022 bis 2024 selbst in der Hertha-Akademie beschäftigt war.

Autor: Christian Link
Quelle: Die falsche 9