Zweitligist SV Darmstadt 98 hat am Dienstagabend auf der Mitgliederversammlung angekündigt, das Stadion am Böllenfalltor ausbauen zu wollen. Der konkrete Planungsprozess soll zeitnah starten. Finanziert werden soll der Ausbau über mehre Säulen, ohne die wirtschaftliche Stabilität des Zweitligisten zu gefährden.
SV Darmstadt 98 nimmt Stadionausbau auf 20.000 Plätze ins Visier
Ein Umbau des Merck-Stadions am Böllenfalltor war am Dienstagabend ein zentrales Thema auf der Mitgliederversammlung des SV Darmstadt 98. Nach ersten Gesprächen mit den Behörden scheint es möglich, die Spielstätte der Lilien auf eine Kapazität von rund 20.000 Plätze zu vergrößern. Explizit geht es um den Ausbau der Süd- und „eventuell“ auch der Nordtribüne. Dies sind die beiden Hintertortribünen. Derzeit fasst die Spielstätte des Zweitligisten 17.810 Plätze.
Fan-Kurve mit 5.000 Plätzen – und einem Business-Bereich?
Die Südtribüne – in der die Aktive Fanszene der Lilien heimisch ist – soll ein Neubau in Betonbauweise mit mehr als 5.000 Steh- und Sitzplätzen erhalten. Bislang besteht die Tribüne aus einer Stahlrohrkonstruktion und findet für 3.600 Fans Platz. Geplant ist ein Unterrang mit Stehplätzen sowie ein Oberrang mit Sitzplätzen, ähnlich wie es bereits bei der Gegengerade der Fall ist. Im Oberrang ist ein zusätzlicher Business-Bereich angedacht, unter der Beachtung „fanspezifischer Belange“.

Gästeblock-Verlegung auf die Hintertortribüne angedacht
Für die Gästefans ist vor allem der mögliche Neubau der Nordtribüne interessant. Dort ist angedacht, dass künftig 3.500 Plätze für Heim- und Gästefans zur Verfügung stehen. Bisher beträgt die Kapazität der Tribüne 2.800 Plätze. Durch den Neubau der Nordtribüne soll auch der Gästeblock von der Gegengerade auf die Hintertortribüne verlegt werden. Die mögliche Verlagerung des Gästebereichs auf die Nordtribüne würde die Gegengerade vollständig als Heimtribüne nutzbar machen.
Finanzierung über mehrere Säulen
Eine zentrale Frage ist die Finanzierung des Stadionausbaus. Hierfür soll es Zuschüsse von Stadt und Land geben, erste Sondierungsgespräche haben laut Verein bereits stattgefunden. Neben den öffentlichen Geldern ist ein Genossenschaftsmodell in Prüfung. Dies ermöglicht, dass Fans, Mitglieder und Sponsoren sich mit einem Anteilskauf am Stadionumbau beteiligen können. Die Finanzierung durch Fremdkapital als dritte Säule soll dadurch möglichst klein gehalten werden. Lilien-Präsident Markus Pfitzner betonte, dass die oberste Prämisse die wirtschaftliche Stabilität des SV Darmstadt 98 bleibt.
„Die endgültige Machbarkeit, Ausgestaltung und Finanzierung des Bauvorhabens sind noch offen, ebenso die anvisierten Gesamtkosten und etwaige Bautermine“, schreibt der SV Darmstadt 98 auf seiner Webseite. Alle weitere Fragen werden in den kommenden Wochen und Monaten mit Fachleuten unter Einbindung von Fans und Mitgliedern erörtert.
SV Darmstadt 98 belegt Platz 13 in der Zuschauertabelle der 2. Bundesliga
Die Heimspiele des SV Darmstadt 98 waren in den vergangenen Jahren so gut wie immer heimseitig ausverkauft. In dieser Saison kommen durchschnittlich 17.487 Zuschauer zu den Heimspielen der Mannschaft von Florian Kohfeldt. In der Zuschauertabelle der 2. Bundesliga belegt man damit Rang 13. Im Ranking der Stadionauslastung belegen die Lilien mit 98,2 Prozent den 4. Platz. Im Heimbereich kommen die Blau-Weißen auf eine Auslastung von 99,6 Prozent. Alle Übersichten und Tabellen findet ihr in unserer Zahlenzentrale.
Autor: Christian Link
Quelle: Die falsche 9







