Zuschauer- und Auswärtsfahrerzahlen des 15. Spieltags der Bundesliga

Durchschnittlich 37.064 Zuschauer waren am 15. Spieltag der Bundesliga im Stadion. Die Auslastung liegt damit bei durchschnittlich 95 Prozent. Insgesamt waren rund 30.000 Gästefans auf Reisen.

Foto: Photomafia Bochum

Spieltag im Zeichen des Protests

Der 15. Spieltag wurde zum Protestspieltag gegen die in der vergangenen Woche getroffene Entscheidung für einen Investoreneinstieg in der DFL (wir berichteten). In fast allen Stadien schwiegen die beiden Fanlager für die ersten zwölf Minuten der Partie und ließen auf Spruchbändern ihre Meinung zum bevorstehenden Investoren-Einstieg wissen. Die zwölf Minuten symbolisieren den „zwölften Mann“, der sich bei der Entscheidung weder beteiligt noch gehört fühlte. Im Anschluss des stillen Protestes provozierten einige Fanlager eine Spielunterbrechung, indem Gegenstände wie Schokotaler oder Tennisbälle auf das Feld geworfen wurden.

Bayern knacken 500.000er-Marke

Vor der größten Kulisse fand der Südschlager zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart statt. Auch im siebten Heimspiel waren 75.000 Zuschauer in der Münchner Allianz Arena dabei. Die Bayern brechen damit die Marke von über 500.000 Zuschauern bei den Heimspielen in der diesjährigen Bundesligasaison.

Foto: Instagram @bastivfl93

Erstmals seit fünf Jahren kein volles Haus bei Mönchengladbach – Bremen

Zu einem weiteren Klassiker der Bundesligageschichte kam es am Freitagabend in Mönchengladbach. Die Partie zwischen der Borussia und Werder Bremen verfolgten allerdings „nur“ etwas über 50.000 Zuschauer. Zum ersten Mal seit März 2018 war die Partie zwischen den Fohlen und den Grün-Weißen nicht ausverkauft. Dazwischen gab es fünf Partien in Mönchengladbach – vier davon vor über 54.000 Zuschauern, eine vor leeren Rängen aufgrund der Geisterspiele während der Corona-Pandemie.

Viele frei Plätze in der „ausverkauften“ Red-Bull-Arena

Ein „Plastik-Klassiker“ der Neuzeit ist das Aufeinandertreffen zwischen RB Leipzig und der TSG Hoffenheim. Am Samstagabend fand die Partie, im Rahmen des Topspiels, sogar die mitunter größte Bühne, die es an einem Bundesliga-Wochenende geben kann. Die Zuschauerränge der Leipziger Arena wurden der Topspielbühne, für das Duell des Tabellenvierten gegen den Tabellensechsten, allerdings nicht gerecht. Zwar meldeten die Roten Bullen für die Partie wieder einen ausverkauften Heimbereich – doch wer auch nur wenige Sekunden der Partie verfolgte, merkte, dass überdurchschnittlich viele Ticketinhaber nicht den Weg in das Stadion gefunden haben.

Neben der Allianz Arena waren auch die Stadien in Freiburg, Augsburg und Leverkusen restlos ausverkauft. In Freiburg und Leverkusen steht damit weiter die 100-Prozent-Quote im Heimbereich. In Augsburg waren bislang nur bei den Partien gegen Mainz und Frankfurt nicht alle Tickets für den Heimbereich verkauft worden. Zudem meldeten – an diesem Spieltag – Bochum und Darmstadt einen ausverkauften Heimbereich.

Mainz erstmals vor weniger als 30.000 Zuschauer in dieser Saison

Neben dem Mönchengladbacher Borussia-Park blieben damit offiziell nur in der Mainzer MEWA-Arena noch Plätze frei. Dort macht sich die sportliche Krise nun auch deutlicher auf den Rängen sichtbar. Zur besten Fußballzeit zog es nur etwas über 27.000 Zuschauer zum Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim. Erstmals seit März fiel die Zuschauerzahl unter die Marke von 30.000. Damals waren nur 26.800 Zuschauer beim Gastspiel des SC Freiburg an einem späten Sonntagabend in der Mainzer Arena. Vom Jahrestiefstwert waren die Rheinhessen allerdings noch weit entfernt. Den setzte es im Februar gegen Augsburg – als nur 22.200 Zuschauer in die Arena kamen.

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Wölfe sorgen für Tiefstwert am Böllenfalltor

Einen Saisontiefstwert setzte es am Wochenende beim SV Darmstadt 98. Zum ersten Mal seit April war das Böllenfalltor nicht ausverkauft. Der Grund liegt allerdings auf Seiten der Gäste. Nur 513 Fans der Wölfe waren im Gästeblock dabei – was selbst für die kleinste Ausbaustufe des ohnehin kleinsten Gästeblocks der Bundesliga zu wenig ist, um ein ausverkauftes Stadion zu melden. Im Heimbereich waren wieder alle Karten verkauft – so wie es, bei den Heimspielen der Lilien, seit mittlerweile zwei Jahren der Fall ist.

Zweitliga-Samstagmittag mit mehr Zuschauern als die Samstagnachmittagspiele in der Bundesliga

Drei Zweitligaspiele schlagen vier Erstligaspiele! Bei der Bundesliga-Samstagkonferenz waren 100.060 Zuschauer in den Stadien. Die vier Spiele waren unter den fünf Spielen mit den wenigsten Zuschauern des Spieltags. Knapp drei Stunden vorher wurden die Zweitligaspiele in Berlin, Nürnberg und Magdeburg angepfiffen. Bei den drei Partien waren insgesamt 105.573 Zuschauer. Einzig die Stadionauslastung, bei den Spielen der Bundesliga, war deutlich besser als im Unterhaus.

Von den meisten Auswärtsfahrern wurde der VfB Stuttgart begleitet. Über 8.000 Fans unterstützten die Mannschaft von Sebastian Hoeneß beim Auswärtsspiel in München. Es ist zugleich der Saisonbestwert der Schwaben, die nur beim Auswärtsspiel in Leipzig nicht alle Tickets für den Gästebereich verkauften.

Bremen weiter mit 100-Prozent-Quote

Dahinter folgt der SV Werder Bremen, der am Freitagabend von rund 6.000 Fans nach Mönchengladbach begleitet wurde. Nach zwölf Minuten schweigen gab es lautstarken Support inklusive einer Pyroshow im Oberrang des Gästebereiches. Die Bremer haben damit weiterhin bei allen Auswärtsspielen alle Karten für den Gästebereich verkauft.

Neben Stuttgart und Bremen setzten auch Köln, Dortmund und Frankfurt alle Karten für den Gästebereich ab. Alle drei Fanlager hatten auch in den Gästebereich angrenzenden Blöcken wieder Fans mit dabei, allerdings deutlich weniger als in den Vorjahren – was vor allem bei der gestiegenen Nachfrage bei den jeweiligen Gastgebern liegt.

Heidenheim feiert ersten Auswärtssieg

Foto: Instagram @fussballclubheidenheim

 

In Mainz feierten knapp 1.300 Fans des 1. FC Heidenheim den ersten Auswärtssieg in der Bundesliga. Bereits zum fünften Mal waren mindestens 1.000 Heidenheimer in der Fremde mit dabei.

Saisontiefstwert für Hoffenheim

Bis auf den VfL Wolfsburg und die TSG Hoffenheim wurden alle Vereine von über 1.000 Fans begleitet. Zum Bundesligatopspiel nach Leipzig wurde die TSG Hoffenheim, die eine der stärksten Auswärtsmannschaften der Bundesliga ist, von nur knapp 300 Fans begleitet – Saisontiefstwert für die Kraichgauer. Die Wölfe sorgten, wie bereits thematisiert, für den Tiefstwert am Böllenfalltor. Nur etwas mehr als 500 Fans feierten den 1:0-Erfolg bei den Lilien im Stadion.

Zuschauer- und Auswärtsfahrertabelle

In der Zuschauertabelle gibt es keine tabellarischen Veränderungen. In der Tabelle der Auswärtsfahrer klettert der VfB Stuttgart in die Top 3. Dadurch rutschen Frankfurt und Köln ab. Beide Tabellen findet ihr hier:

Autor: Christian Link
Quelle: Die falsche 9

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